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Training - allgemein Aikido erscheint aus der Sicht des Zuschauers als eine unwirksame Methode der Selbstverteidigung, weil bei einem Aikidotraining alles leicht, schön und tänzerisch wirken kann. Dieser Eindruck der "Mühelosigkeit" hängt mit dem Wesen des Aikido und seinen Formen zusammen. In der Mehrzahl der Kampfkünste - beispielsweise Judo und Karate - glaubt das Publikum unmittelbar Zeichen einer Konfrontation zwischen den Kämpfern zu sehen. Es vollzieht selbst mental das Aufeinandertreffen der Kräfte nach. Die Zuschauer beurteilen die Effektivität eines Kampfsportes nach ihren Eindrücken von dem Widerstand, der sich den Bewegungen entgegenstellt, nach der körperlichen Anstrengung, der verausgabten Energie und des zeitlichen Ablaufs des Kampfes, aber nicht nach den tatsächlichen entscheidenden Maßnahmen, die in der Regel viel zu schnell und kurz beim Aikido ablaufen, um in ihrer Wirksamkeit erfaßt zu werden. In einem solchen Kampf kann - im Gegensatz zum Aikido - jeder der Kontrahenten einerseits die gegen ihn gerichteten Attacken vermeiden und andererseits selbst Maßnahmen gegen den anderen ergreifen. Beim Aikido wird der Zuschauer ratlos sein, da er nichts von einem Kampf oder einer sportlichen Auseinandersetzung sieht. Der Laienzuschauer kann sich einen Wurf etc. nicht anders erklären, als daß sich der Angreifer in einem gegebenen Augenblick absichtlich - ohne erkennbaren Grund - fallen läßt.Aikido hat also aus der japanischen Tradition der Kriegskünste nur den defensiven Aspekt bewahrt und weiter entwickelt. Es gibt weder ein hartes Aikido, noch ein solches für Damen, noch für Ästheten. Eines gilt für alle dieser Gruppen, ob jüngere oder ältere Personen, zarte Frauen, die sich ihrer körperlichen Schwäche bewußt sind, stämmige Männer, die auf ihre Kraft stolz sind: alle müssen durch das Anfängerstadium hindurch, einer Zeit regelmäßigen, harten (hierbei sei insbesondere an die Roll- und Fallübungen gedacht), wie auch formalen Übens. Dabei spielt die Koordination zwischen Geist, Körper und Technik die Hauptrolle. Erfahrungsgemäß steht die Mehrzahl der Anfänger diesen teils körperlichen, teils mentalen Kraftakt nicht durch. Sie ziehen sich früher oder später frustriert zurück. Das trifft insbesondere bei nicht regelmäßig Übenden zu. Fazit: Ein Bißchen Aikido gibt es nicht! Andere, die hartnäckiger sind und mehr Willenskraft aufbieten, werden den störrischen Körper oder den rebellierenden Geist zu zähmen versuchen. Wer Tanzstunden besucht hat, kann ähnliches erlebt haben. Letztendlich erreichen sie, daß die komplexen Bewegungen immer leichter, spontaner und in ihrer Gesamtheit intuitiv funktionieren. Nach dieser Phase dürfte der Aikidoka einen Level erreicht haben, sich mit solchem Geschick und solcher Beherrschung verteidigen zu können, daß ein Angreifer möglichst nicht verletzt, geschweige denn getötet wird. Das Ergebnis einer "Notwehr" sollte nur die Wiederherstellung der Ordnung "ohne Exszess" sein und die Einsicht in die Sinnlosigkeit von körperlichen, agressiven Handeln. Einem Aikido-Interessenten ist deshalb unbedingt zu empfehlen, gleich beim Training mitzumachen. Eigene körperliche Erfahrungen vermitteln mehr als nur Zuschauen. Für Aikido sind alle Personen beiderlei Geschlechts, abgesehen von speziellen Kindertraining, etwa ab dem zwölften Lebensjahr geeignet, sofern sie sich gesund und fit fühlen, genügend Willenskraft besitzen sowie über Geduld und Ausdauer verfügen. Das Aikidotraining beginnt in der Regel mit Atemübungen und auf Aikido zugeschnittener Funktionsgymnastik, die auch das Aufwärmen mit bewirkt. Daran schließen sich Bewegungsgrundformen an und die spezielle Fallschule. Hier wird der Anfänger behutsam herangeführt, bei einem Wurf vor- oder rückwärts wieder in den Stand abzurollen. Im fortgeschrittenem Stadium wird auch geübt, "auf den Boden zu gelangen" ohne sich zu verletzen oder Schmerzen zu erleiden. Die Aikidotechniken werden meistens partnerschaftlich geübt und ihre Ausführung ggf. vom Trainer oder fortgeschritteneren Partner korrigiert. Die Übenden helfen sich also gegenseitig. Aikido erzieht somit auch zur gegenseitigen Achtung und Rücksichtnahme. Die Angst zahlreicher Anfänger, sich zu blamieren oder belächelt zu werden, ist nach kurzer Zeit vergessen. Wie bereits angedeutet, kennen viele entsprechende Erfahrungen bei schwierigen Bewegungsabläufen aus ihrer Tanzstunde.
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